Mehr Rollenspiel als Skyrim

Heute: Elite Dangerous (PS4 Version)

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Nach zwei sehr merkwürdigen Jahren, in denen mich kaum ein Spiel wirklich fesseln oder begeistern konnte, kam letzten Monat dann doch mal wieder etwas für die PS4 heraus, was mich komplett und unerwartet vom Hocker gerissen hat. Elite Dangerous. Ein Port eines etwas über zwei Jahre alten PC-Spiels. Always Online. Mit haufenweise Microtransaktionen. Und das wären auch schon die beiden größten Meckereien, die ich gegen dieses Spiel vorbringen kann.

Also… was ist Elite: Dangerous? Wie der obige Screenshot zeigt, ein Weltraumspiel. Gibt’s meiner Meinung nach eh’ viel zu wenige von in letzter Zeit. (Kleiner Geheimtip: Rebel Galaxy und Strike Suit Zero auf der PS4 sind auch spitzenmäßig.) Der letzte Sproß einer seit 1984 bestehenden Reihe von Spielen, die Spielerfreiheit ganz, ganz groß geschrieben haben. Egal ob man Händler, Pirat, Kampfpilot, Schürfer, Kartograf oder Kreuzschiff-Kapitän sein möchte, Elite Dangerous macht’s möglich.

Doch bevor man sich Hals über Kopf in’s Weltall stürzt, sollte man zumindest die ersten paar Tutorials über sich ergehen lassen. Seit den Zeiten eines Wing Commander Privateer ist einiges passiert, die Raumschiffe brauchen mehr als drei Knöpfe, um geflogen zu werden. Hier muß ich den Entwicklern ein Riesen-Lob aussprechen: So viele Einstellungsmöglichkeiten für einen einfachen Dual-Shock-4-Controller hab ich meinen Lebtag noch nicht gesehen. Die wichtigsten Funktionen wie Schub, Steuerung, Energiemanagement und Zielerfassung liegen direkt auf den Sticks und Knöpfen. Hält man jetzt einen der Knöpfe gedrückt, öffnet sich ein Menü mit weiteren Auswahlmöglichkeiten. So erlaubt z.B. ein einfacher Druck auf den “X”-Knopf die Zielerfassung geradeaus, hält man jedoch “X” fest und tippt das Steuerkreuz an, so kann man gezielt feindliche Schiffe, Subsysteme oder das gefährlichste Ziel anvisieren. So bekommt man eine gewaltige Menge an Funktionalität auf die zwei Handvoll Knöpfe des DS4 verteilt, ohne sich total zu verlaufen. Und sollte man die Knopfbelegung blöd finden, so kann man jeden Knopf, samt Zweit- und Drittbelegungen, selbst verteilen. Es braucht etwas Zeit, bis man sich eingefuchst hat, aber wer mit einem Dark Souls zurande kommt, sollte hier keine nennenswerten Probleme haben.

Sehr cooles Detail: Durch einen Druck auf “R3″ aktiviert man eine Art Kopfkamera, die eine Rundumsicht durch’s Cockpit ermöglicht. Ein Blick auf ein HUD-Element aktiviert dieses. Ein winziges Detail, welches die Immersion in das Spiel so viel stärker macht. Leider ist Elite Dangerous (noch?) nicht PSVR-kompatibel.

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Sitzt man dann erstmal in seiner brandneuen Sidewinder (das Starter-Schiff), schaut man durch die Cockpit-Kanzel in den Hanger der ersten von vielen, vielen Raumstationen, die man in seiner Karriere besuchen wird und das virtuelle Cockpit leuchtet einen an. Neben der im Bild befindlichen Frontalansicht gibt’s zur Rechten und Linken jeweils noch ein extra-Fenster, in dem Navigation, Ziel-Infos und Missionen etc (links) sowie Schiffs-Status, Piloteninfos wie Reputation in der Galaxis und das Inventar (rechts) zu finden sind. Es lohnt sich, vor dem ersten Start in Ruhe durch die Infos und Funktionen zu blättern, damit man in der Hitze des Gefechts nicht erschlagen wird. Hier hätte ich mir etwas ausführlichere Infos gewünscht, besonders was das reichhaltige Funktionsmenü im rechten Fenster angeht. Sachen wie HUD-Intensität oder Orbit-Linien an/aus sind ja noch selbsterklärend, aber was ist der “Beacon Mode”? Oder was hat es mit “Silent Running” auf sich?

Nun ja, seis drum. Erstmal die “Station Services” aufrufen und schauen, was man so anstellen kann. Die meisten Stationen bieten einen Marktplatz an, auf dem man diverse Güter kaufen bzw. verkaufen kann. Da Elite always online ist, reagiert die galaktische Wirtschaft auf Spieler-Input - sollte man in einem Sternsystem hunderte Tonnen Tee kaufen, wird der Preis natürlich steigen und die Marge in den angrenzenden Systemem, deren Markt man mit Tee flutet, schwinden.

Aber bis man die guten Handelsrouten ausgefuchst hat (oder man einen dicken Frachter hat, mit dem sich das Handeln erst richtig lohnt), sollte man besser das “Mission Board” frequentieren. Hier werden dynamisch Missionen erstellt, die die lokale Wirtschaft, Krisen und Booms in Betracht ziehen. Das Beste daran - man muß im Gegensatz zum freien Handeln kein Kapital vorlegen. So kann man sich relativ risikofrei als galaktischen Pizzaboy oder DHL-Mann anheuern lassen und die ersten Tausender einfahren. So sollte es relativ leicht sein, eine “Bringe 2 Tonnen Katzenfutter in’s Nachbarsystem und kassiere 172.000 Credits”-Mission aufzutun. Hat man diese akzeptiert, geht’s dann auch schon in’s Weltall. Manuell, natürlich. Von der Station lösen, langsam Schub auf die Steuerdüsen und sanft aus dem Hangar. Fahrgestell einfahren. Aufpassen, daß man nicht mit anderen Schiffen kollidiert und dann raus. Das “Transaktions”-Fenster öffnen, das Flugziel (in diesem Fall das Nachbarsystem) auswählen, Sicherheitsabstand zur Basis einnehmen und den Hyperdrive zünden.

Nach einer kurzen Transition (die geschickt einen Ladebildschirm ersetzt) kommt man im Nachbarsystem raus und sollte besser hart auf die Bremse steigen, denn in Elite landet man IMMER in Spuckreichweite der Sonne. Dann im Nav-Fenster die Zielstation anklicken und im Supercruise hindüsen. Und dann zur Königsdisziplin - die Landung. Das Schiff bis auf 7,5 km an die Basis bringen. Lande-Erlaubnis erfragen (ganz wichtig, niemals vergessen!), dann mit zitternden Fingern die Leuchtmarkierungen suchen, die den Eingang in die Station erleuchten, vorsichtig durch die Schleuse und die zugewiesene Landebucht ausfindig machen. Der Rest ist relativ einfach. In der Mitte der Landebucht runter, Fahrwerk ausfahren und aufsetzen. Hat man die richtige Bucht gefunden, wird man automatisch gesichert und das Stations-Interface kommt hoch. Zum “Mission Board”, Mission als erledigt melden und Geld kassieren. Außerdem steigt der Ruf mit den lokalen Autoritäten, was sich in mehr und lukrativeren Jobs niederschlägt.

Was macht man nun, wenn man um einige Tausender reicher ist? In meinem Fall - erstmal einen Andock-Computer kaufen. Der wird in der Elite-Community zwar immer noch als Suizid-Hilfe bezeichnet, aber in den letzten 60 Stunden, die ich bisher durch’s All geschippert bin, hat er mich noch nie im Stich gelassen. Nun, man investiert seine Kohle in bessere Module für sein Schiff, oder besser noch, gleich in ein neues Vehikel.

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Und hier entwickelt Elite Dangerous für mich eine irrsinnige Sogwirkung. Raumschiffe kaufen und aufmotzen. Und im Gegensatz zu älteren Spielen dieser Machart ist man nicht auf nur einen Kutter beschränkt. Jede größere Basis in der bewohnten Galaxis hat einen Shipyard, in dem man seine Extra-Pötte parken und gegen einen kleinen Obulus an jeden Ort der Galaxis schiffen kann. Sollte man also mit seinem Erkundugsschiff ein System gefunden haben, das unter einer Pirateninvasion ächzt, so kann man sich seine Kampfmaschine dahin liefern lassen, was dankenswerterweise die Lauf- bzw. Flugwege übersichtlich hält.

Hat man vom Lieferdienst oder Kampf-Drill die Nase voll, kann man sich auch prima als planetarer Landvermesser oder Erzschürfer ein paar Credits verdienen. Hier sieht man einen etwas tolpatschigen Versuch von mir.

Warum genau ist Elite Dangerous nun always online? Außer des Kopierschutzes wegen? Nun, zum einen gibt’s natürlich die bereits erwähnte “lebende Galaxis”, in der Spieler-Aktionen spürbare Auswirkungen haben, ähnlich wie in einem Eve Online. Dann kann man das Spiel im offenen Multiplayer spielen, mit hunderten anderer Piloten. Es gibt auch einen Solo-Modus, wenn man mal keine Lust auf ausrastende Piraten-Meuten hat. Und dann gibt’s nicht nur einen, sondenr zwei Koop-Modi. Entweder fliegt jeder in der Party seinen eigenen Kahn, oder man trifft sich auf einem (entsprechend ausgerüsteten) Schiff, um als Pilot, Bordschütze oder Jägerpilot die Galaxis unschädlich zu machen.

Der Vollständigkeit halber sollte man erwähnen, daß Elite Dangerous keinerlei Story oder Kampagne hat. Die Geschichten in diesem Spiel schreibt das “Leben” - der unglaubliche Dogfight, den man nur um Haaresbreite überlebt hat. Die Handelsmission, die genug abgeworfen hat, damit man sich den nächsten großen Kutter kaufen konnte, solche Sachen. Solange man sich selbst motivieren kann, bietet Elite Dangerous genug zu tun. Und ähnlich wie in Skyrim kann man auch einfach nur geradeaus fliegen und sich von der Unendlichkeit des Weltalls in den Bann ziehen lassen. Immer schön eine Fuel Scoop mitnehmen, und dahin gehen, wo noch kein anderer hingeflogen ist.

Für mich derzeit das beste Rollenspiel am Markt. Kaum ein anderer Titel erlaubt es mir, meinen Raumpiloten-Fantasien so zu frönen wie Elite Dangerous. Heute Händler. Morgen Kampfpilot. Und wenn ich genug Kohle für das Kreuzfahrtschiff habe, werde ich nur noch Touris zum nächsten Schwarzen Loch karren. Ahoi!

Die schönste Nebensache der Welt

Ich weiß, ich weiß… schon ewig lange her, daß hier mal was gepostet wurde.

Also erstmal die Formalitäten: Ich lebe noch, bin noch genau so häßlich wie eh und je und den Katzen (und Dani) geht’s auch prima.

Was hat sich gaming-mäßig so getan?

- Ich hab eine neue, Wi-Fi-fähige Xbox 360, ein 500GB-Modell. Meine letzte hat mir lange Jahre treue Dienste geleistet, aber sie hat den Umzug in die neue Wohnung nicht wirklich gut überstanden. Außerdem hatte das Teil noch keine integrierte WLAN-Antenne, weswegen ich sie dank der bescheidenen Platzierung unseres Routers im Flur auch nicht verkablt ans Netz gehen lassen konnte. Die neue läuft und ist erschreckend leise. Leiser als meine PS4 auf jeden Fall.

- Nach knapp zwei Jahren hat mein erster PS4-Controller den Geist aufgegeben. Die analogen Trigger sind komplett ausgelutscht und funktionieren nur noch unzuverlässig bzw. gar nicht mehr. Das sind 60€, die ich gerne in was anderes investiert hätte. Zwei Jahre sind für einen Controller nicht wirklich viel. Ich habe noch den originalen DualShock 2 meiner ersten PS2, und der funktioniert heute noch tadellos.

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- Und dann wäre da noch dieser nette Kasten. Das ist ein Raspberry Pi 3. Kleiner als so manches Handheld oder Handy. Dieser Zwerg hat einen mit 1,2 Ghz getakteten Quad-Core-Prozessor, 1GB Speicher, 4 USB Ports und einen HDMI-Ausgang (neben einem frei verfügbaren GPIO, aber das ist mir zu viel Fummelkram). Und was macht man mit so einem Powerknirps?

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Zocken, ist ja klar. Dank einer idiotensicheren Linux-Distribution namens RetroPie habe ich meinen Pi über ein Wochenende in eine formidable Retro-Arcade-Maschine verwandelt, die so ziemlich jedes 8-, 16-, und sogar einige 32-Bit-Systeme emulieren kann. Gesteuert wird stilecht über entweder ein PS3-Gamepad oder meinen heißgeliebten Hori micro 4 Arcadestick.

- Eine heiße Spiel-Empfehlung gleich noch hinterher: Wer gerne ein wenig Abwechslung in seinen Zocker-Alltag bringen möchte, sollte sich mal ein Leckerli namens Odin Sphere Leifthrasir anschauen. Hierbei handelt es sich um ein Remake des 2008 erschienenen PS2-Spiels Odin Sphere von Vanillaware.

Ich höre das Augenrollen bis hierher. “OMG, NOCH ein HD-Remaster?”
Nein. Klar, die Optik wurde extrem aufgehübscht. Vanillaware sind berühmt/berüchtigt dafür, sehr schöne, handgepixelte Bilderbuchgrafik hinzukriegen, und Odin Sphere war damals schon ein absoluter Augenschmaus. Allerdings war das Gameplay eher mäßig und die technische Umsetzung eine mittelschwere Katastrophe, da die PS2 die gewaltige Bilderpracht mit nichtmal 20 Frames pro Sekunde rendern konnte.

Der 2016er Remake bügelt so ziemlich jede Schwäche aus, die Odin Sphere damals an den Tag gelegt hatte. Es läuft mit butterweichen 60fps, das Kampfsystem erinnert an eine irrwitzigere Version von Dragon’s Crown, es wurden komplett neue Systeme wie Skills hinzugefügt und diverse Plot-Löcher gestopft. Wer mit anime-inspirierten Weltuntergangsgedöns nix am Hut hat, wird auch mit OSL nicht glücklich, alle anderen sollten sich zumindest mal die PS4-Demo angucken.

Und zu guter Letzt: Katzenbilder!!!

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DEATH ISN’T THAT BAD.

Terry Pratchett wurde nach langen Jahren des Kampfes mit Alzheimer heute im Alter von 66 Jahren von Tod einkassiert. Mir ist eigentlich total zum Heulen zumute, aber selbst in Pratchetts Geschichten war der Tod oft genug ein Anlass zum Grinsen. Sehen wir sein Ableben eher als das Ende einer langen, erniedrigenden Krankheit.

Terry, you will be missed!

Und wer bis heute nicht “Ein Gutes Omen” (oder besser noch das englische Original “Good Omens” gelesen hat), sollte das besser nachholen.

Spät zur Party

2014 ist im Rückspiegel, und ich bin echt froh drüber. Das Jahr war auf einer persönlichen Ebene ein ziemlicher Negativrekord, und irgendwie habe ich es dieses Jahr nicht geschafft, kaum ein Spiel richtig durchzuspielen. Aber das hält mich nicht davon ab, trotzdem loszulästern.

Dann mal los.

Spiel des Jahres 2014: Diablo III Reaper of Souls Ultimate Evil Edition

Wenn es nach reiner Spielzeit geht, ist das ganz klar “mein” Spiel. Ich habe (bis auf den Barbaren, glaube ich) alle Charaktere auf Level 70, dazu derzeit Paragon-Level 124. Die Itemhatz-Sucht hat mich fest in ihren Krallen, und wenn ich mich nach einem stressigen Tag entspannen will, rutscht fast wie von selbst Diablo in die PS4.

Rein objektiv betrachtet ist die PS4-Version eine klare Verbesserung der schon ziemlich starken 360-Version. Mehr Monster zeitgleich auf dem Schirm, superflüssige Grafik und natürlich der legendär wiederspielbare Abenteuermodus machen D3ROSUEE zur ultimativen Konsolenversion. Die PC-Version bleibt allerdings nach wie vor ungeschlagen, alleine schon durch den schnelleren Patch-Support von Blizzard.

Auch cool dieses Jahr waren: Middle-Earth: Shadow of Mordor, Freedom Wars und Geometry Wars 3

Von Shadow Of Mordor hatte ich mir im Vorfeld absolut nichts erwartet. Der ganze Hype ist irgendwie an mir vorbeigegangen, und nach dem Arkham Origins-Fiasko war ich ein wenig zögerlich, ein neues Spiel von WB Interactive zu kaufen. Aber nachdem mir Sondermann das Spiel so richtig schmackhaft gemacht hat, bin ich weich geworden und froh, daß ich mich bequatschen hab lassen. Shadow Of Mordor ist das beste Assassin’s Creed seit Jahren. Und Orks meucheln wird einfach nie alt.

Freedom Wars ist ein weiterer Titel, auf den ich durch Tips aus meinem Freundeskreis aufmerksam gemacht wurde. Man nehme einen Schluck Monster Hunter, schmecke das mit einer ganzen Kelle 1984-artiger Dystopie ab und würze das ganze mit typisch japanischem Anime-Melodrama, und man hat einen kurzweiligen PS-Vita-Klopper, in dem man als auf ewig Verurteilter in einem Zukunfts-Gefängnis für das Gemeinwohl Monster plätten darf. Das gab’s auch noch nicht.

Geometry Wars 3 ist eine der angenehmeren Überraschungen dieses Jahr. Ausgerechnet Activision, die damals Bizarre Creations aufgekauft, ausgewrungen und dann eingestampft haben, beleben eine meine Lieblings-Shooter-Marken wieder und lassen teile der alten Bizarre-Mannschaft dran schrauben. Herausgekommen ist ein würdiger Geometry-Wars-Titel, der das drohnen-unterstützte Gameplay von Geometry Wars Galaxies (DS und Wii) in eine quietschbunte 3D-Engine packt. Nicht jede der Neuerungen ist geglückt (die dreidimensionalen Körper, die als Schlachtfeld dienen, sorgen schonmal für ungewollten Übersichtsverlust und unnötige Tode), aber da ich meine 360 mangels Wireless-Adapter nicht an’s Netz kriege, ist GeoWars 3 eine gute Ersatzdroge für den schnellen Highscore-Fix.

Stinker 2014: Von den Titeln, die ich gespielt habe, kann es nur einen Kandidaten für diese Auszeichnung geben, und das ist leider Destiny. “Leider” deswegen, weil das Grundprinzip eigentlich absolut idiotensicher ist. Man nehme eine Hochglanz-Endzeit-Sci-Fi-Welt, gebe dem Spieler tolle Knarren an die Hand und mixe Ego-Shooter mit Rollenspiel.

Irgendwo auf halber Strecke haben Bungie allerdings vergessen, weitere Inhalte in das Spiel zu stecken. Ja, die Levels sind schön und groß und mit tollen Monstern bestückt, aber die Story ist noch dünner als eine gebügelte Scheibe Knäckebrot und es fehlt eigentlich an allem. Warum gibt es nur sieben Waffentypen? Und warum sind fast alle Kugelspucker, wenn die Aliens tolle Laserpusten haben? Energie ist in einer Post-Apoc-Welt einfacher zu kriegen als Schießpulver und harte Munition. Und dann der Grind. Ich bin ja nicht unbedingt komplett anti-Farm oder -Grind eingestellt (immerhin zocke ich religiös Diablo 3), aber Destiny bietet zuwenig interessante Beute, nicht genug Locations, in denen man sich austoben kann, und die künstlichen Limits auf farmbare Währung (und die super-langsame Sammelei im allgemeinen) sorgen dafür, daß ich Destiny von der Platte geputzt und im Schrank verstaut habe. Der DLC juckt mich nicht. Vielleicht gebe ich Destiny 2 eine Chance, wenn es Ende des Jahres auf den Markt kommt. Mal sehen.

Ich hatte tatsächlich überlegt, hier Driveclub hinzutun, aber im Gegensatz zu Destiny, welches mich schon während der Story angenervt hat, kann ich Driveclub nicht wirklich als Totalausfall bezeichnen. Das Fahrmodell ist okay und der Solo-Part funktionierte auch während der Launch-Wehen einwandfrei. Nein, Driveclub ist eher ein Symptom eines weitaus tiefer sitzenden Problems.

Nerv-Faktor 2014: Always-On-Socially-Connected-Bullshit.

Season-Pässe und DLC-Micropayments sind mittlerweile so omnipräsent, mehr als den Kopf schütteln und nicht kaufen kann ich nicht machen. Der gemeine Gamer kauft das Zeug offensichtlich oft und gerne, ansonsten würden die Publisher einen damit nicht so zuscheißen. Ist also profitabel genug. Na schön, jeder wie er’s verdient.

Nee, das große Problem 2014 waren ganz offensichtlich die ganzen Online-Sperenzchen, die die großen Publisher ausprobiert haben. Offensichtlich ist das wilde Internet den Anforderungen der Always-On-Systematik immer noch nicht gewachsen, anders kann ich mir nicht erklären, warum so viele Spiele (für mich ironischerweise sowohl DriveClub als auch The Crew) unter massiven Schwierigkeiten zu leiden hatten. Driveclub’s Startschwierigkeiten waren ärgerlich. Irgendjemand hat wohl das Datenvolumen pro User unterschätzt und als das Spiel von mehr als zwei Handvoll QA-Testern gespielt wurde, brachen die Server zusammen. Klarer Fall von “nicht gut genug getestet.”

Weitaus ärgerlicher ist jedoch, was Ubisoft mit The Crew fabriziert. The Crew hat keinen Solo-Part. Sobald jemand über das Netzwerk-Kabel bei Ubi stolpert, ist das Spiel für alle vorbei, egal ob man gerade beim Autohändler ist oder mitten in einem drei-Stunden-Rennen. Dann sind einige Gameplay-Systeme seit Wochen verbugt (Challenges), und ich habe bereits zweimal meinen Fortschritt verloren. Die Missionen waren zwar als “erledigt” markiert, mein Fortschritt-O-Meter steht jedoch auf 0%. Ganz großer Käse.

Und jetzt möchte ich mal jeden Leser bitten, sich daran zu erinnern daß Microsoft ihre Konsole komplett auf Online-Only bauen wollten. Schlechte Idee, wirklich.

Meine Hoffnungen für 2015:

Weniger Remakes, und wenn schon Remakes, dann bitte günstiger. Ich bin weich geworden und habe mir GTA V nochmal zugelegt. Ja, der Ego-Modus ist ganz großes Kino und die Grafik ist auch hübscher, aber man merkt, daß hier im Prinzip nur die Engine etwas aufgebohrt und die Texturen neu aufgelöst wurden. Es gibt immer noch gelegentlich Pop-In aus der Hölle und die Framerate zuckelt auch nicht immer butterweich. Ändert nix daran, daß Trevor ein komplett verrückter Mistkerl und einer der interessantesten Charaktere seit langem ist.

Aber so langsam reichts mir. Wo sind die ganzen Next-Gen-Titel? So wie die Dinge stehen, muß ich wohl mein Augenmerk auf die WiiU legen, weil da schon seit ein paar Monaten Bayonetta mit ihrem Hintern wackelt. Oh, warum ärgerst du mich so? :-)

Also, die nächste Hoffnung ist, daß wir 2015 endlich richtige Next-Gen-Spiele zu Gesicht bekommen. Titel, die nicht nur die Hardware zum Abkacken bringen, sondern auch vielleicht mal spielerisch was hergeben. Ich hatte dieses Jahr mit vielen Indie-Titeln mehr Spaß als mit den ganzen “Blockbustern”.

In diesem Sinne: Prost Neues und möge der Zock mit uns sein.

DriveCLUB!

Ich hätte das auch mit “Hat ja lange genug gedauert” übertiteln können, aber so isses konsistent mit den bisherigen Überschriften zu dem Thema.

Also: Die Challenges in DriveClub funktionieren, und das bei beiden Versuchen, die ich unternommen habe, tadellos. Anscheinend haben die Evolution Studios das Ding in den Griff bekommen und obendrein noch ein Wettersystem implementiert.

Ich würde jetzt nicht zwingend sagen, daß Driveclub von einer 5/10 zu einem 10/10-Kandidaten geworden ist, aber immerhin funktioniert jetzt alles wie angekündigt und freundschaftlichen Jagden nach Bestzeiten oder Podiumsplätzen steht nix mehr im Wege.

Und die Ironie an der ganzen Sache? Jetzt wo “The Crew” immer mehr Zulauf bekommt, hakelts an deren Server. Da wird der Spielfortschritt schon mal auf 0% zurückgesetzt, die “Faction War”-Missionen funktionieren nur dann, wenn der Zufallsgenerator Lust dazu hat, und es gibt wirklich nichts Ärgerlicheres, als wenn auf dem letzten Meter vor dem Ziel der Server plötzlich runterfährt und man die aktuelle Mission quasi umsonst gefahren ist. Argh.

Always-On ist definitiv noch verbesserungsfähig.

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