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Schlaflos im Sniperfeuer

Heute: FUSE Demo

Oder: Wer zu spät kommt…

Also, das vorweg: Insomniac Games hatten bei mir mal einen monströsen Stein im Brett. Warum? Ratchet & Clank, darum. Die ersten drei Teile der Serie sind absolute Pflicht-Titel für jeden Videospieler und Must-Haves für PS2-Besitzer. Der Mix aus Geballer, Jump’n'Run und Comedy ist großartig und erstaunlich zeitlos. Der PS3-Einstand “Tools Of Destruction” war auch noch gut, aber eigentlich nur eine marginale Verfeinerung der PS2-Games in HD, und wer die Spiele kennt, dürfte abgesehen von der höheren Auflösung kaum einen Unterschied bemerkt haben.

Dann haben Insomniac die Resistance-Serie aus der Taufe gehoben. Die Idee an sich ist ja cool: eine alternative Post-WWII-Erde, eine Alien(?)-Plage, die die erschütterten Staaten wegknabbert, ein paar Überlebende, die mit teils terranischen, teils Alien(?)-Waffen gegen die Bedrohung kämpft… Es hätte so cool sein können. Aber nach dem zweifelhaften Genuß von sowohl Resistance 1, 2 und der Demo zum dritten Teil muß ich Insomniac leider attestieren, daß sie keine guten (reinen) Shooter bauen können. Das erste Resistance krankte an fürchterlich gesetzten Checkpoints, einer unglaublich hakeligen Steuerung und mörderischen Frustspitzen (unendlich spawnende Gegner, bäh!), wohingegen das zweite Resistance einen großen Happen Call Of Duty gefrühstückt hatte und fast nur aus bombastischen Skript-Orgien und “finde den Waypoint”-Momenten bestand. Und die Demo zum dritten Teil war eine unübersichtliche, chaotische Massenschlacht, die mir dann den letzten Nerv geraubt hat.

Aber FUSE soll ja alles anders machen. Nur… wen juckt das? Ich fühle mich heftigst an Resistance erinnert. Großartige Ideen für’s Setting und die Spielwelt, aber, und ich sage das mal vorsichtig, bescheidene Ausführung.

In Kürze könnte man das, was man in der Demo von Fuse zu sehen kriegt, folgendermaßen beschreiben: Gears of War plus Borderlands plus ein Klecks Uncharted. Von Gears gibt’s die Fixierung auf hüfthohe Wände und Cover-Geballer, Borderlands hat die “verrückten” Knarren (exakt eine pro Team-Mitglied, gähn) und das “Skill-System”, und von Uncharted kommt das Gekletter dazu. Und was soll ich sagen? Es paßt vorne und hinten nicht. Warum muß es ein Team von vier Leuten sein? Natürlich für den Online-Coop. Denn wenn man die Filler-Knarren aus dem Inventar streichen würde, hätte man einen Mann (oder eine Frau) mit einem interessanten Arsenal. So schleppt jeder Held eine Variation von Sturmgewehr, Schrotflinte oder Snipe mit sich herum, die man benutzen muß, weil die eigentlich spannenden Knarren schon nach fünf Sekunden Einsatz keine Muni mehr haben.

Und wer auf die Idee gekommen ist, einen ganzen Charakter darauf zu verschwenden, als wandelnde hüfthohe Mauer durch die Gegend zu laufen (beziehungsweise, um akkurat zu bleiben: wandelndes Schutzschild), der dann seine Fähigkeit auch nur für wenige Sekunden am Stück benutzen kann, gehört auf die Game-Design-Sonderschule. “Tanking”, also das Aufsaugen von Schaden für’s Team, gehörte doch schon in MMO’s zu den langweiligsten und undankbarsten Jobs überhaupt, und in einem Shooter? Och nee…

Auch sonst ist der Rest der Heldentruppe ein eher biederer Haufen. Es gibt den Sniper, der seine Kugeln sogar noch ferngezündet explodieren lassen kann (und sonst nix), Dann wäre da noch eine Stealth-Schnitte (dunkelhaarig) die bei genügend Treffern aus ihrer Knarre ein Wurmloch aufreißen und sich unsichtbar machen kann (was aber de facto keinen EInfluß auf die Gegner-KI hat, die trifft trotzdem). Die andere Schnitte im Team ist rothaarig und mag hautenges Leder. Sie kann ein Erste-Hilfe-Dingen schmeißen oder Gegner, nach genug Treffern aus ihrer Knarre, in Kristall verwandeln, den man dann (natürlich) schön kaputtkloppen darf. Ach ja, und Mr. Schutzschild. Gut, hat er genug Schaden kassiert, kann er das Schild flächendeckend explodieren lassen, aber die Reichweite ist, gelinde gesagt, pissig.

Aber das ist noch nichtmal der größte Klopper. Zum einen wäre da natürlich die konstante Muni-Knappheit zu vermerken. Ich hab in der Demo mehr Zeit damit verbracht, Muni für die Exoten-Knarre zu suchen (und mich dabei totschießen zu lassen) als selbst was anzustellen. Klar könnte man argumentieren, daß man auch die “normalen” Knarren benutzen sollte, aber warum? Wenn man schon die letzte Hoffnung der zivilisierten Welt ist, warum nicht ganz Hi-Tech-Arsenal? Für mich fühlt sich das ganze System rund um die Exoten-Knarren (über die sich ja die einzelnen Archetypen definieren), sehr nach “okay, wir haben hier einen Militär-Covershooter, wir brauchen schnell ein Alleinstellungsmerkmal” an.

Das Skill-System ist es definitiv nicht. Man hat sich da schlicht bei Borderlands bedient, welches sich wiederum bei Diablo 2 bedient hat. Man stopft 5 Skillpoints in langweilige Skills, bevor man einen leidlich interessanteren mit Skillpoints füttern darf. Problem hierbei? Die Charaktere erlauben keine Personalisierung. Der Sniper bleibt ein Sniper, egal ob auf Level 1 oder Level 20, nur hat er auf Level 20 ein etwas größeres Magazin, macht mehr Schaden bei Headshots und die Explosion seiner Kugeln hat einen größeren Radius, aber das wars dann auch. Müde Statistik-Upgrades, und da die niedrigrangigen Skills selten mehr als sechs Points zusammen akzeptieren, kann man noch nicht mal von einer “Spezialisierung” reden, wenn man erstmal den ganzen Kleinkram ausreizt.

Dann wäre da die Team-KI. Was mich an den meisten Coop-Spielen echt ankotzt (Dead Space 3 mal ausgenommen, jaha!) ist die komplett lobotomisierte Team-KI. Wenn man schon Computer-Sidekicks hat, dann sollen die doch auch bitte halbwegs kompetent aufspielen! Aber nein, in FUSE rennen die Hoschis wie kopflose Hühner rum, lassen sich von den Gegnern gerne ausklopfen und sind eigentlich nur dazu da, gelegentlich mal ein zweites Paket C4 an eine Wand zu kleben. Die Gegner muß nämlich ich alleine abfrühstücken. Was nützen da die ganzen Synergien zwischen den einzelnen Exotenknarren, wenn man sie im Single Player nicht nutzen kann, weil die KI weiß Gott wo in der Gegend rumballert, nur nicht dahin, wo ich gerade bin? Das hat selbst Mass Effect 1 besser hinbekommen.

Und der finale Sargnagel? Gegner-KI und dauer-spawnende Mistviecher. Das erste große Feuergefecht in der Demo findet außerhalb einer Militärbasis statt, zu der man sich Zutritt verschaffen soll. Und sobald man einen Fuß an die erste hüfthohe Mauer setzt, flammen überall schöne, neongrüne Warnlaser auf, die zeigen, wohin die Sniper schießen werden (nette Geste, immerhin). Nur, sobald man anfängt, die Sniper wegzusnipern, rutschen immer und immer mehr nach, solange, bis man sich an einem bestimmten Punkt befindet. Da mir die Demo zweimal mittendrin abgeraucht ist, konnte ich die Szene mehrfach spielen und habe recht schnell bemerkt, daß die Gegner vorgeschriebene Plätze haben, an denen sie eventuell anhalten und das Feuer eröffnen. Da die Sniper ein großes Problem am Anfang sind, hab ich mir deren Positionen schnell gemerkt und konnte sie häppchenweise auf ihrem Lieblings-Balkon abfrühstücken. “Intelligente” KI geht anders. hier gibt’s zwar Gegner in Hülle und Fülle (wie gesagt, teilweise unendliche Wellen), aber clever sind die nicht.

Wäre das eine Gears-Mod von einigen Fans, okay. Wäre das ein Indie-Game, ich würde wahrscheinlich über einige dezent hübsche Effekte jauchzen. Aber als Vollpreis-Titel eines so hochgelobten Entwicklerstudios? Näh. Sorry, Leute. Schon gar nicht nach dem wirklich super-spaßigen “Far Cry 3 - Blood Dragon”.

Wer hat an der Uhr bla bla bla

Spiele des Jahres 2012, im Guten wie im Schlechten

Diesmal war’s wirklich, wirklich schwierig. Ich hab 2012 wohl mehr Spiele gekauft als in den Jahren davor, und vieles war sogar richtig, richtig klasse. Dazu kamen mit der PS3 und dem 3DS auch gleich noch zwei “neue” Konsolen, was die Auswahl noch mal erschwert hat. Und spannenderweise sind noch nicht mal die großen Namen dabei, denn um Assassin’s Creed III und Mass Effect 3 hab ich bis jetzt erfolgreich einen großen Bogen gemacht.

Mein Spiel des Jahres 2012 heißt: XCOM - Enemy Unknown.

Ich liebe die Sci-Fi-Thematik. Ich habe die ersten beiden Spiele der Serie zu Schul- und Studienzeiten wie ein Besessener gezockt, und ich bin absolut perplex, wie grandios die Neuauflage geworden ist. Es spielt sich immer noch wie ein klassischer Rundentaktik-Hammer, nur eben ohne das ganze exrem fiddelige Micromanagement. Aber es ist auch nicht so gestreamlined worden, daß es ein verkapptes Actionspiel (hallo, Halo Wars) geworden ist. Wer auch nur einen Hauch Interesse für taktisch anspruchsvolles Gameplay hat, sollte sich XCOM nicht entgehen lassen.

In der engeren Auswahl waren außerdem noch

- Lollipop Chainsaw
- Dragon’s Dogma
- The Walking Dead
- Asura’s Wrath

Handheld-Spiel 2012: Resident Evil Revelations

Kein Witz. RE:R ist nicht nur mein persönliches Handheldvergnügen 2012, es ist leidlicherweise sogar das beste Resident Evil seit Resi 5. Es vereint gruseligerweise sowohl den Survival-Horror der Frühtage mit dem Geballer der Resi-Neuzeit, und bringt mit dem großartigen Raid-Mode sogar noch vollkommen neue Impulse mit. DAS, liebe Leute von Capcom, hättet ihr für die “großen” Konsolen umsetzen müssen, und nicht die Grütze namens Resi 6. Aber dazu kommen wir gleich nochmal.

Auch im Rennen waren:
New Super Mario Bros 2
Dead or Alive Dimensions

Download-Spiel 2012: The Walking Dead

Hätte Sondermann mich nicht darauf aufmerksam gemacht, es wäre wahrscheinlich unter “ferner liefen” an mir vorbeigeflutscht. Aber dank einer rechtzeitigen Empfehlung habe ich mir das episodische Adventure angeguckt und bin komplett weggeblasen. Die Atmosphäre der Comics wird gnadenlos gut wiedergegeben, das Feature mit den sich durch die Story ziehenden Entscheidungen wird konsequenter umgesetzt als bei Mass Effect, und das Ende, soviel sei spoilerfrei verraten, ist fürchterlich, aber soooooo passend. Anders darf eine Zombie-Saga nicht enden, und ich ziehe meinen Hut vor der Konsequenz, mit der Telltale der ersten Staffel die Krone aufgesetzt haben. Ich freue mich schon auf die nächste… oder sollte ich sagen: Ich grusel’ mich vor der nächsten?

Auch ganz cool:
Dust - An Elysian Tail
Mark Of The Ninja
Minecraft XBLA

Rollenspiel 2012: The Last Story

So ganz klammheimlich hat sich der/die Wii zu einem Geheimtip für Japano-RPG-Fans gemausert. Mit The Last Story, Pandora’s Tower und Xenoblade Chronicles sind dieses Jahr gleich DREI(!) Hochkaräter auf Nintendos angeblicher Casual-Maschine gelandet. Alle drei sind großartige Spiele, keine Frage, aber mir wurde Xenoblade Chronicles ab etwa 40 Stunden Spielzeit ein wenig zu sammelquest-lastig und in Pandora’s Tower hab ich noch nicht lange genug reingeguckt, um mir eine endgültige Meinung bilden zu können. Zumal mich The Last Story mit seinen angenehm unverkrampften Charakteren und dem flotten Echtzeitkampfsystem positiv überrascht hat. Ja, ich habe mich nicht vertippt. Ich lobe ein Echtzeitkampfsystem in einem Rollenspiel. Auch wenn der erste Eindruck eher an “Gears of Final Fantasy” erinnert, mit jeder Menge hüfthoher Wände, hinter denen man sich verkriechen kann, entpuppt sich das Gekloppe als flott, taktisch ansprechend und erstaunlich vielschichtig. Was man dem Spiel ankreiden könnte, wären die sehr linear erzählte Geschichte und die vergleichsweise kurze Spielzeit von knappen 30 Stunden, aber andererseits verschwendet The Last Story eben keinen Atem mit unnötigen Palaver, sondern kommt erfreulich konkret zur Sache. Es gibt aber dennoch genug Nebenquests, Sammelkram und optionale Kapitel in der Handlung, um auch den Komplettisten unter den Zockern zu gefallen.

Leider nicht hoch genug gelevelt:
- Final Fantasy XIII-2
- Xenoblade Chronicles
- Pandora’s Tower
- Torchlight II

Rennspiel des Jahres: Sonic & Sega All-Stars Racing Transformed

Ächz, ich hätte Forza Horizon nehmen sollen, das ist einfacher zu tippen. Nein, jetzt mal im Ernst. Die Ausbeute an Rennspielen war, ähnlich wie letztes Jahr, doch sehr übersichtlich. Neben Forza, Need For Speed und Sonic Racing gab’s ja praktisch nur noch F1 2012, DiRT Showdown und F1 Race Stars, also den kompletten Codemasters-Katalog. Ich kann Formel 1 nix abgewinnen, das neue DiRT ist ja ein komplett auf Gaudi getrimmter Witz geworden, und F1 Race Stars ist ein Kartracer mit - jetzt kommts - lizensierten Formel-1-Fahrern. Ich hab den Witz nicht verstanden, ehrlich.

Nun ja. Need For Speed Most Wanted war lange Zeit mein Favorit, aber leider hat sich nach einem sehr unterhaltsamen Wochenende schnell Ernüchterung breitgemacht. Schön, es gibt eine offene Welt, schön, Criterion versuchen sich an einem neuen Burnout Paradise - aber sie scheitern kläglich an der eigenen Vergangenheit. Zu kleine Stadt, zu wenig Events, kaum Motivation über das Abklopfen der “Most Wanted” hinaus - da wäre mehr drin gewesen. Und Forza, so schön und üppig es auch ist, kommt mir nicht auf das Siegertreppchen, weil mir die Geschäftemacherei von MS kolossal auf die Nüsse geht. Und das Rally-Add-On gießt da nur Benzin in’s Feuer. Lieblos an’s Hauptspiel angeflanscht und selbst in den ersten zwei Veranstaltungen betreiben sie schon Strecken-Recycling? Die Qualifikationsetappe in den Montano Plains fährt man innerhalb der ersten Stunde gleich dreimal ab. Gut, einmal in einer etwas längeren Version, aber der Fakt bleibt.

Deswegen kann es nur einen Sieger geben, zumindest für mich. Eine respektvolle Verbeugung vor der Sega-Geschichte, verpackt in ein flottes, forderndes Rennspiel? Yup, das gibt’s, zum zweiten Mal. Und die Erweiterungen sind so vielfältig, da müßte ich theoretisch gleich einen ganzen Blogpost extra drüber aufmachen. Auch wenn ich locker auf die Fliegerei und das Bootsfahren verzichten könnte, allein der neue “World Tour”-Modus mit seinem immens motivierenden Sternchensammel-Zwang macht Laune ohne Ende, und dann gibt’s noch Time-Trials, Grand-Prix-Serien, Einzel-Events und haufenweise Zeug zum Freispielen. Ja, FREISPIELEN! Das muß in dieser DLC-verseuchten Zeit mal lobend erwähnt werden.

Auch im Windschatten:
- Forza Horizon
- Need For Speed Most Wanted (A Criterion Game)
- Ridge Racer Unbounded

Enttäuschung 2012: Oh Mann, wo soll ich bloß anfangen?

Anstelle hier jetzt lange zu salbadern, einfach ohne feste Reihenfolge Dinge, die mir 2012 so richtig massiv auf die Nerven gegangen sind:

- DLC-Anknündigungen noch vor Spielveröffentlichung, Season-Passes, DLC, Ingame-Käufe bei Vollpreistiteln

Also ob die Spielebranche nicht schon genug Kohle scheffeln würde. Niemand regt sich heute mehr über Ingame-Werbung auf und wundert sich, warum die Spiele denn nicht billiger werden. Okay, jedem seins. Aber warum wollen EA und Microsoft, daß ich in VOLLPREISTITELN noch mehr Echtgeld auf den Tisch blättere, um irgendwelche unsinnigen Extras zu kaufen? DLC ist ja schon schlimm genug, aber In-Game-Währung? Wirklich? Kriegt da jemand Minderwertigkeitskomplexe ob der irrsinningen Einnahmen, die ActiBlizzard mit Black Ops II gemacht haben? (Wenn’s doch der gleiche Scheiß ist wie die Jahre zuvor - warum kaufen denn alle den Mist?!?)

Und wie ich das schon in meinen Meckerbeiträgen zu Max Payne 3 und Forza Horizon geschrieben habe: Ankündigungen von DLC VOR Spielrelease sind für mich kein käuferfreundliches Verhalten, sondern ein Hohn gegenüber dem Kunden. “Das kriegt ihr alles NICHT im veröffentlichten Spiel, das dürft ihr schön extra löhnen”. Nachricht verstanden.

- Resident Evil 6

Muß ich nix zu sagen, oder? Man lese einfach meinen Artikel ein paar Absätze weiter unten. Und das Schlimme? Mit Lost Planet 3 droht schon die nächste Katastrophe…

- Diablo III

Was hab ich mich gefreut. Diablo 2 gehört nach wie vor zu meinen absoluten Alltime-Faves. Egal wie oft man es spielt, man findet immer neue Items, neue Skill-Kombinationen. Aber der dritte Teil hakt und krankt an so vielen Ecken. Die Items sind sich zu ähnlich. Das eigentlich als brilliant angedachte System mit jederzeit frei wählbaren Skillsets killt viel vom Wiederspielwert. Und das ständig präsente Auktionshaus vermiest die Lust an der Itemhatz. Klar, man MUSS es nicht benutzen, aber wenn man im Spiel nur Kram findet, der eh fünf Levels unter dem eigenen angesiedelt ist, macht das auch keinen Sinn. Das kann Torchlight 2 besser, und das hat keine 60 Euro gekostet

Boah, voll beschäftigt, ey!

Himmel, wie sieht’s denn hier aus? Mein Counter ist abgeraucht, meine Gamercard funzt nur zur Hälfte und es ist schon wieder ewig her, daß ich hier was Sinnvolles geposted habe. Zuviel zu tun, zuwenig Zeit, ächz.

Nun, bevor die paar lieben Leute, die sich hierhin verirren, mein Archiv durchwühlen und sich fragen “ey, du bist doch arbeitslos, hast du keine Zeit?”, hier meine Antwort:

Zum einen arbeite ich gerade an einem “kleinen” Non-Gaming-Projekt, welches extrem viel Zeit frißt. Ich sag jetzt mal nix weiter dazu, eventuell werde ich hier in Kürze (etwa Mitte Dezember) eine Ankündigung dazu schalten.

Und zum anderen hat sich der Oktober nach dem doch extrem dürren Sommer in ein regelrechtes Spiele-Massaker verwandelt.

Tekken Tag Tournament 2!
Dead Or Alive 5!
XCOM - Enemy Unknown!
DooM 3 BFG Edition!
Dishonored! (Danke für den Tip, Frank. Es IST genau meine Kragenweite!!!)
Max Payne 3!
uuuuund NFS Most Wanted (welches erst nächste Woche kommen wird, aber bereits fest vorbestellt wurde, einen netten amazon-Gutschein sei Dank)

Prügelspiele sind ja nie fertig, aber von den beiden Hochkarätern gefällt mir DOA5 persönlich einen Hauch besser - Tekken Tag 2 hat sich ein wenig zu sehr der Street-Fighter-Konkurrenz angenähert und verlangt, besonders bei Tag-Battles eine Präzision im Timing und Moves-Beherrschen, die ich auf meine alten Tage nur noch mühsam bemühen kann. Da ist das eher auf taktisches Gegner-zudrücken von DOA, nebst dem beliebt-berüchtigten Counter-Grapple-System eher meine Baustelle, da muß nicht jede LP,RP,LK -> RK,LP-Combo sitzen. Außerdem muß sich Tekken Tag 2 die Prügelspiel-Kardinalsünde ankreiden lassen: SNK-Boss-Syndrome. Dachte ich anfänglich, der Boss von Tekken 6 wäre eine Bestie, hat sich Namco mit dem Boss von TTT2 echt selbst übertroffen. “Unschaffbar” reißt es hier nicht, da muß ein “Sadistischer Motherfucker” herhalten.

XCOM - Enemy Unknown (bitte nicht mit dem nur XCOM getauften Vaporware-Shooter verwechseln) war für mich seit der Ankündigung ein absolutes Must-Have. Ich hab damals auf Dani’s erstem 486er Nächte damit verbracht, mir die Zähne an XCOM - Terror from the Deep auszubeißen. Das Ding gilt nach wie vor als einer der bestialisch schwersten Taktikbrocken aller Zeiten. Konstanter Ressourcenmangel, Horden von Gegnern, erstaunlich zerbrechliche Soldaten und Dutzende anderer Widerlichkeiten ergaben in der Summe eine echte Bewährungsprobe für meine Nerven. Aber ich hab mich immer wieder drangesetzt, immer wieder versucht, die Welt vor den Aliens zu retten. Und mit jeder sezierten Alienleiche, jedem gefundenen Waffenstück wuchsen dann auch die Chancen meiner Papiertiger-Soldaten, bis ich dann eines Tages sogar mal in die Nähe des Finales vorgedrungen bin.
Schneller Vorlauf nach 2012: XCOM EU greift den Spirit der Frühneunziger-Originale auf, verpackt sie aber angenehm massentauglich in hübsche Optik und eine gelungene Bedienung, nebst wählbarer Schmerz- ähm, Schwierigkeitsgrade. Auf “Normal” muß man besonders gegen Ende relativ hart knabbern, aber man rennt nicht von Anfang an gegen eine Betonwand. Auf “Classic” spielen die Aliens wirklich mies gegen einen, und wer noch eine Extraportion Schmerz verkraften kann, aktiviert beim Spielstart den “Ironman”-Modus. Kein Zwischenspeichern vor lebenswichtigen Entscheidungen. Kein “mal eben neu laden”, nachdem es den Lieblingssoldaten permanent gehimmelt hat. Aber das Schöne hier ist ja: Man MUSS es nicht machen, es ist eine Verbeugung vor den alten Fans, die sich früher im stillen Kämmerlein die Augen ausgeweint haben, wenn ihr Supersoldat mal wieder auf eine Plasmagranate getreten ist.
Für mich ein heißer Anwärter auf das Spiel des Jahres. Viel besser kann man Runden-Taktik plus Globalstrategie nicht machen. Ach ja, und ein Tip: Die Demo vom XBL-Marktplatz ist mehr oder weniger das Tutorial. In der Vollversion einmal durchspielen bis der Erfolg geploppt ist, danach aufhören und nochmal OHNE Tutorial anfangen (kann man nämlich auch ausmachen). Vorteil: Man bekommt nicht einen Überlebenden, sondern gleich vier, wenn man sich clever anstellt. Ähem.

Und vom High- zum Lowlight. Ich hab mich wie das sprichwörtliche Schnitzel auf die Doom 3 BFG-Edition gefreut. Ich mochte sogar den krümeligen Xbox(1)-Port von DooM 3. Die Atmosphäre war, dank grandioser englischer Audiologs, trotz Geisterbahn-Monsterspawns unglaublich intensiv, und im Coop hat’s, trotz aller technischer Aufhänger, einfach böse gefetzt. Mit der Ankündigung der HD-Neuauflage sollte ja alles viel, viel besser werden. HD-Optik für Doom 3! Erstmals alle drei Doom-SPiele in einem Paket! Und natürlich alles 100% uncut! Wie geil wird das denn?

pffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffft… gar nicht.

Schock 1: Nach Einwurf der Doom 3 BFG-DVD in meine Xbox parliert das Hauptmenü französisch. WTF? Also Xbox auf Deutsch umgestellt. Und was passiert? Natürlich redet das Spiel Deutsch mit mir. Aber nicht bloß in den Untertiteln, was ja zu verschmerzen wäre, sondern auch in den Audiologs und Funksprüchen. Und die gesamte Synchro hat übelsten Thrash-Charakter. Die Sprecher geben sich nicht das kleinste bißchen Mühe, auch nur einen Hauch von Stimmung aufkommen zu lassen. Grauslichstes Denglisch, platteste D-Movie-Betonung… ich fasse es nicht!

Schock 2: Wo is der Coop? Ich hab mich wirklich dumm und dämlich gesucht, aber außer Deathmatch und Co. gibt es für Doom 3 keinen Multiplayer. Und warum? Ich hab mich kundig gemacht und gegoogled: Die HD-Version von Doom 3 basiert auf der PC-Fassung, und die hatte, im Gegensatz zum Xbox(1)-Port, einfach keinen Coop. Barf.

Schock 3: Normalerweise bin ich relativ tolerant, was den Gewaltgrad von Spielen angeht. Ich muss nicht immer das Maximum an Gore und Splatter haben. Aber was uns Bethesda hier als Uncut andreht, ist eben nicht uncut. Ich kann mich nicht erinnern, daß sich die Gegner in der Xbox-Version von DooM 3 schon beim Umfallen in Krümel aufgelöst haben. Ich weiß, daß sie sich nach einiger Zeit verdünnisiert haben, aber wenn ich mit meiner Shotgun einen Zombie-Soldaten umpuste, zerbröselt der wie die Vampire in Blade in eine Wolke aus Krümeln. Das habe ich anders in Erinnerung, verdammt noch mal!

Also alles in allem ein kompletter Schlag ins Wasser. Da ist das Beipacken von Doom 1 und 2, die ironischerweise sowohl liegenbleibende Leichen als auch Online-Coop haben, auch nur noch ein Tropfen auf dem heißen Stein. Buuh, Bethesda!

Nach dieser monströsen Negativ-Überraschung hab ich schwer mit mir gerungen, ob ich mir Dishonored aus dem selben Hause antun muß oder nicht. Gerade die englischen Testvideos haben mir einen tollen Eindruck von der fulminanten Sprachausgabe verschafft, und die deutschen Videos einen Einblick in das Grauen, welches die DE-Tonspur darstellt. Also die zweitbeste Alternative gewählt - eine holländische Version geordert, die zu 100% die englische Tonspur an Bord hat. Und hey, was soll ich sagen? Auch wenn das Vergnügen im ersten Durchgang nach gerade mal vier Nachmittagen vorbei war, hat mir Dishonored komplett die Socken ausgezogen.

Es ist ein Stealth-Spiel für Leute, die Stealth abgrundtief hassen. Sollte man auffliegen, kann man immer noch Plan B zücken und sich durchboxen. Oder Plan C zünden - einfach weglaufen und es nochmal probieren. Die Missionen sind eben keine Splinter-Cell-Schläuche, sondern offene, frei begehbare Spielplätze. Und da man schon während de ersten Mission zu seinem Steampunk-Assassinen-Fundus noch magische Kräfte, namentlich einen unglaublich nützlichen Kurzstrecken-Teleport, dazubekommt, fühlt man sich das ganze Spiel hindurch, als ob man heftigst cheated. Ich hätte das ganze Spiel wie das alte Hexen oder Witchaven als Ego-Hack’n'Slash spielen können, aber ich hatte viel zu viel Spaß damit, den Wachen eine lange Nase zu drehen. Sicherheitssysteme umpolen, damit sie auf die Wachen anspringen und nicht mich, dann eine leere Flasche schnappen, ein wenig Rambazamba in der Nähe besagten Sicherheitssystems machen und dann per Teleport auf ein Dach oder eine Straßenlaterne in der Nähe zappen und das Blutbad aussitzen. Oder einfach im Körper einer Forelle an den ganzen Festungsanlagen vorbeischwimmen und ein eigentlich unpassierbares Schleusentor durchqueren - solche Situation findet man in Dishonored am laufenden Band und es macht einfach einen Mordsspaß (ja, beabsichtigtes Wortspiel hier), die verschiedenen Möglichkeiten auszutesten, mit denen man zum Erfolg kommt. Hatte ich eigentlich gar nicht groß auf dem Zettel, bis Sondermann mich diesbezüglich angestupst hat. Bin froh, daß er es getan hat, sonst wäre mir unter Umständen eins der coolsten Spiele dieses Jahres durch die Lappen gegangen.

Max Payne 3: Und doch noch ein Querverweis zum Arbeitslosen-Dasein. Heute war nämlich der quartalsmäßig vorgeschriebene Termin bei unserer lieben Sachbearbeiterin, und im direkten Anschluß sind Dani und ich noch in einen nahegelegenen Supermarkt gehüpft, um uns mit Nahrungs- und Genußmitteln einzudecken. Und wie es der Zufall wollte, gab’s auch eine nette Regalzeile mit Videospielen. Und hey, was soll ich sagen? Für knappe 35 Tacken hat mich Max Payne 3 für die PS3 angelächelt. Ich mochte die ersten beiden Spiele unheimlich gerne, Film Noir trifft auf Hongkong-Action-Geballer. Und Max Payne gehört wohl zu den kaputtesten Typen der Spielegeschichte. Man fragt sich eigentlich die ganze Zeit, warum der nicht fröhlich sabbernd in einer weich gepolsterten Zelle sitzt. Aber nein, Max gegen den Rest der Welt, nur mit einem nie enden wollenden Strom aus Blei und Painkillern gewappnet. Und auch wenn Max Payne 3 nicht mehr von Remedy, dem ursprünglichen Entwicklerstudio (die jetzt wohl nur noch Alan Wake plus Sequels bringen) gemacht wird, sondern von Rockstar, behält das Spiel immer noch das typische Max-Payne-Flair. Unglaubliche Gegnermengen, exzellent inszenierte Shootouts und herrlich sarkastisch-nihilistische Kalauer am laufenden Band. Ich hab’s ja nicht mehr so mit Shootern, aber die ersten drei Stunden als Affe auf Maxens Schulter waren sehr beeindruckend.

Und was soll ich über’s neue NFS noch groß sagen? Ist von Criterion, ist wie Burnout Paradise, nur diesmal mit “echten” Autos. Ich hoffe, es werden sich genug Leute für zünftige Online-Partien finden. Ich vermisse unsere Paradise-Nächte!!!

Horror-Horizont

Direkt von Joystiq.com: Forza Horizon wird einen Season Pass haben. Selbiger kostet die Kleinigkeit von 4000 MSP oder 50 Teuros und soll angeblich sämtlichen DLC beinhalten, der für die nächste Zeit so geplant ist. Sechs Autopakete plus die erste Erweiterung, für die auch bereits ein Erscheinungsdatum feststeht.

Leute, hab ihr sie noch alle? Für was bezahle ich denn bitte 60 Tacken an der Ladentheke? Viel Spiel kann das ja nicht mehr sein, wenn so viel Inhalt noch auf Halde liegt. Gut, ob man Autopakete jetzt braucht oder nicht sei mal dahingestellt, aber die Frechheit, noch vor Erscheinen zu sagen “Ätschibätschi, das ist nicht das ganze Spiel, da kommt noch VIEEEEEEEL mehr, für das ihr blöden Kunden gemolken werden könnt” gehört echt bestraft. Immerhin kann ich mir ein Spiel im Oktober schenken. Mit Dead or Alive 5, Doom 3 BFB ähm.. BFG, Need For Speed und XCom gibt’s ja noch genug zu tun. Und bis ich die durchhabe, gibt’s Forza Horizon in der Grabbeltonne. Hoffentlich. Eigentlich hab ich mich nämlich ziemlich drauf gefreut. Aber so nicht. Normalerweise würde ich das mit einem kernigen “Fuck you, EA” abschließen, aber - oh Wunder - es ist ja mal NICHT EA. Sachen gibt’s…

Heulen & Zähneklappern

Keine Ahnung, was die Entwickler von God Of War III geritten hat, je mehr ich spiele, desto mehr verfluche ich das Spiel. So fantastisch es auch inszeniert ist, so hanebüchen fühlen sich manche der Spielmechaniken an. Ich sage nur “Insta-Tod”. Alleine an dem verdammtem Bosskampf mit Chronos hab ich zwei Tage gesessen. Es gibt so viele Möglichkeiten, daß der einen sofort und unwiederbringlich plättet, das ist nicht lustig. Wegpusten (und das QTE verpassen), mit der Hand zerquetschen, bei einer der unzähligen anderen QTEs draufgehen, einfach runterfallen - die Liste ließe sich problemlos fortführen. Ich komme mir manchmal vor wie bei Dragon’s Lair - führe exakt die jetzt verlangte Aktion aus oder du stirbst. Ich weiß nicht, ob da die Nostalgie was verklärt oder ob die PS2-Titel einfach gnädiger designt waren.

A propos “design”. Mir ist natürlich klar, daß Leute mit Sehbehinderung nicht zwingend zur Spieldesigner-Zielgruppe gehören, aber: Warum müssen die Icons für die QTEs a) klein, b) am Bildschirmrand und c) so unauffällig designt sein, daß man sie im Blitzlicht- und Blutgewitter komplett übersieht? Mir zumindest geht es so, daß ich - anstelle die filmreifen Finisher anzugucken, gehetzt von einem Rand des Fernsehers zum nächsten glotze, um bloß nicht die Millisekunden-Einblendung zu verpassen, die über Leben und Tod entscheidet. Witzigerweise habe ich da bei einem Heavy Rain, trotz wild ins Bild ploppender QTE-Prompts - erheblich weniger Probleme.

Und als ob das noch nicht reichen würde, mir die Lust auf mehr göttliches Gekloppe ordentlich zu versalzen, haben sich die Programmierer noch ein paar Spielelemente aus der Hölle ausgedacht. Ich meine, Kratos hat schon die Flügel des Icarus und seine patentierten Alleskönner-Klingen mit Greifhaken, warum muß ich jetzt auch noch an freifliegenden Harpyien rumklettern? Eine falsche Bewegung und - klar - Insta-Tod. Und wieder zurück zum letzten Checkpoint. Bäh.

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